Pressestimmen

Kritk aus der Lahrer BZ: Muttis Liebling

Ein schöneres Geschenk hätte die Rockwerkstatt den vielen weiblichen Fans in der Nacht vor dem Muttertag nicht machen können: Robbie Williams? Zu unerreichbar und schließlich gibt es ja auch hierzulande Musiker mit Talent zum Entertainer, so wie den hier: Oli Meier, erklärter Liebling aller Töchter, Mütter und Schwiegermütter, der mit den Sprungfedern in den Sohlen, der mit dem Lächeln in den Augen, das von lieber Junge bis Teufelchen alle Variationen zu bieten hat und vor allem diese Stimme!

Bald rührend emotional, bald luftig leicht, bald fetzig und wenn er sich das Mikrofon packt wie ein Tiger seine Beute, dann ist klar: jetzt kreischt er sich wieder in schwindelerregende Höhen hinauf. So etwas bringt Röcke, Haare und Frauenherzen garantiert zum Schwingen. Zumal der Rest der Skydive-Naked-Crew, mit der Meier am Samstag den Schlachthof rockte, auch alles für die Gänsehaut parat hat: einen wie direkt vom Kiez eingeflogenen Basser mit Schiebermütze, einen göttlichen Leadgitarristen und zwei zuverlässige Arbeiter im Hintergrund, die für den richtigen Drive sorgen. Was Wunder, dass nach eineinhalb Stunden fettem Rock mit den Hits ihrer letzten CD "We want you", aber auch brandneuem Material, nicht nur die Mädels im Publikum stampfend und klatschend nach Zugaben lechzten.

Weil aber aller guten Dinge bekanntlich drei sind, hatte das Rockwerkstatt-Team noch zwei Kracher im Angebot. Den Anfang machten fünf Freunde aus Freiburg: The Enshins. Da stellen sich nette Jungs auf die Bühne und verbinden eigene Texte mit knackigem, temporeichem Funrock, geraten aber auch nicht in Panik, wenn die Snare-Drum den Onkel Doktor braucht. Bei so viel Spielfreude mag man wünschen, dass für in Erfüllung geht, wovon sie singen: "Break through".

Die Dritten im Bunde waren "The Pleasure" aus Freiburg. Hier spielen reife Mannsbilder erdigen, variantenreichen Pop-Rock, der aber auch mit Bombast-Sound à la Deep Purple oder mit psychedelisch angehauchten Stücken aufwarteten kann.   Eigentlich hatte es ein CD-Release-Konzert werden sollen. Oktober 2008 war für das neue Werk anvisiert, da schien ein Konzert im März darauf zeitlich kein Wagnis. Aber dann ging der Frontmann im ergangenen Sommer drei Monate in die USA, um sich beruflich fortzubilden. Und statt einer neuen CD wird nun Geburtstag gefeiert. Der zehnte. So lange gibt es Skydive Naked schon, die Freiburger Band um Oli Meier, den vielleicht besten Rocksänger der Regio.

Ulrike Le Bras: Bdaische Zeitung, 11. Mai 2009

 

Rock in höchsten Tönen:
(Nach einem Interview in unserem Proberaum)

Eigentlich hatte es ein CD-Release-Konzert werden sollen. Oktober 2008 war für das neue Werk anvisiert, da schien ein Konzert im März darauf zeitlich kein Wagnis. Aber dann ging der Frontmann im ergangenen Sommer drei Monate in die USA, um sich beruflich fortzubilden. Und statt einer neuen CD wird nun Geburtstag gefeiert. Der zehnte. So lange gibt es Skydive Naked schon, die Freiburger Band um Oli Meier, den vielleicht besten Rocksänger der Regio.

Aber ist es tatsächlich der Zehnte? Im BZ-Archiv finden sich andere Daten. Mal hieß es in einem Artikel, die Band sei 2002 gegründet worden, dann wurde 1996 angegeben. Zur Aufklärung begeben wir uns ins L6, das Freiburger Kunsthaus. In einem der Proberäume feilen Skydive Naked am Programm fürs Geburtstagskonzert. Auch zehn Jahre alte Songs sollen dabei sein.

Mit dem Datum sei es so, sagt Drummer Uli Kärn: Ursprünglich hatten er, Gitarrist Boris Bigott und dessen Bruder im Trio gespielt. Das sei nicht über den Proberaum-Status hinausgekommen. Erst 1999, als Oli Meier und Bassist Frank Aschmann dazukamen, formierte sich eine bühnentaugliche Band. Gitarrist Andy Schardin kam 2002 dazu. Alles klar. "Das heißt, wir feiern 2012 schon wieder Zehnjähriges", sagt Bigott.

Andy Schardin ist der Ron Wood von Skydive Naked: der ewige Neue. Sprüche zu seinen Ungunsten werden gerne gemacht. Auch weil er immer aus Basel anreist, wo er als Lehrer für Musik arbeitet. Da heißt es schon mal: "Andy Probe denken!" Die anderen sind übrigens Arzt (Kärn), Physiotherapeut (Meier), Masseur (Aschmann) – und Historiker in Stuttgart bei der Kommission für geschichtliche Landeskunde (Bigott). Die Musik ist Nebenbeschäftigung. Hat sie sich verändert in zehn Jahren? "Sie ist straighter geworden", sagt Frank Aschmann, "nicht mehr so melodisch rockig, sondern auch mal punkig. Aber auch poppig, je nach Stimmung." Aha. Auf jeden Fall guter Rock für die Bühne.

Eines ist allerdings gleich geblieben: Oli Meiers Stimme. "Ian Gillan kann es nicht mehr, Robert Plant auch nicht mehr, ich kann es noch", sagt er über sein Falsett, "einer muss den Job ja machen." Dass er die hohen Töne auch beim Projekt "Fireworks of Rock" mit den Brothers hören lässt und damit in der Regio gut abräumt, stört die anderen von Skydive Naked nicht. "Ich habe ihm gesagt", frotzelt Uli Kärn, "ich hätte nichts dagegen, dass er zu den Brothers geht und Geld verdient, er darf nur keinen Spaß dabei haben. Aber ich habe ihn ertappt." Doch es sei auch nett, seinen Sänger endlich mal auf der Bühne von vorne zu sehen.

Coversongs wie sie bei den Fireworks Programm sind, spielen Skydive Naked nur zu besonderen Anlässen. Ihr allererster Auftritt war einer. "In Laufenburg im Bahnhöfle", erzählt Kärn, "hatten wir um halb neun angefangen unser Set zu spielen, das nach drei Monaten immerhin anderthalb Stunden umfasste. Um zehn waren wir fertig – dann kam das Publikum. Um halb elf haben wir noch mal angefangen. Hinterher waren wir fertig und als jemand im Publikum nach ,Child In Time’ rief, sagten wir, spielen wir es halt."

Schöne Anekdote. Gibt es noch eine? In zehn Jahren muss eine Band doch was erlebt haben. Da erzählen Skydive Naked von Hamburg: Ein Veranstalter dort hatte sie eingeladen – auf eine Barkasse, sprich eines der kleinen Schiffe, welche im Hafen die Rundfahrten machen. Da spielten Skydive Naked unter offenem Himmel und beschallten die Stadt, in der jede große Band mal gespielt haben muss. Zu sehen übrigens auf ihrer Myspace-Seite in einem netten Video.

Das auch zeigt, wie sich Skydive Naked für ihre jüngste CD "We Want You!" als Engel und Teufel bemalen ließen: von einer Maskenbildnerin am Freiburger Theater. Die Fotosession fürs CD-Cover fand auf dessen Dach statt. Mit nackten Oberkörpern bei Februartemperaturen. In der Wodan-Halle heute wird es wärmer werden.

Thomas Steiner, Badische Zeitung, 14. März 2009

 

Die folgende Kritik zur neuen CD "We want YOU!" haben wir auf www.4fame.de gefunden: Der ist wirklich nicht von uns, ehrlich :-)

Irgendwie ist man ja immer froh, wenn einem heutzutage noch eine CD auf den Schreibtisch flattert, die nicht von halbwüchsigen androgynen Major-Püppchen präsentiert wird oder ob ihrer schlechten Produktion und dem grandios einfältigen Songwriting als großartiger Indi-Trash in avantgarden Printmedien in den Himmel gelobt wird...

Ehrlich gesagt, tat sich für uns in der 4fame Redaktion mit dem brandaktuellen Longplayer der Deutschen Indirock-Band Skydive.Naked "We Want You!" eine völlig neue Welt auf:
Bevor ich aber einige Sätze zu dem musikalischen Material (wow...das kann man hier schreiben, ohne sich zu schämen) verliere, ein paar wichtige Hinweise für alle zukünftigen SDN-Fans zum Image der fünfköpfigen Kombo aus dem idyllischen Freiburg: Dass sich die Band SKYDIVE.NAKED (nackt skydiven; Also, bitte mit Fallschirm, wenn schon nackt, aus einem Flugzeug springen und durch die Wolken tauchen) nennt, ist schon mal auffällig skurril, aber damit wirklich kein Verdacht aufkommt, hier hat man nur einen besonders extravaganten Bandnamen gesucht, perfektioniert man das Image mit hollywood-reifen Pressefotos a la David Lachapelle. 

So ist auch das CD-Cover des bei Kick-Off-Records veröffentlichten Albums ein absoluter Hinkucker und aufgrund der englischen Texte auch absolut welttaugliches Format. Selbst anschauen und beurteilen: Ob Sänger Oli Meier (was für ein normaler Name für solch einen ungewöhnlichen Frontmann...) tatsächlich zwischen Himmel und Hölle hin und her gerissen ist (so zeigt es das Coverfoto), wenn er mit seinen Jungs im Proberaum solch irrwitzige Tracks wie "nothing (gets me down)" arrangiert, kann nur er selbst beantworten, aber wer schon lange mal wieder einen "echt abgefahrenen" Song mit wahnwitzigen Vocalarrangements im Queen-Style der guten alten Siebziger hören wollte, wird begeistert sein. 

Musikalisch der absolute Burner des Albums: Schwieriger Songaufbau, wechselnde Gitarrensounds von scharfen zweistimmigen E-Guitars zu Acoustic-Parts alles drinne, für Gitarristen ein Ohrenschmaus, ein besonderes Lob an die Saitenkünstler Andy Schardin und Boris Bigott (heisst der wirklich so?)! Jedenfalls kann man die Tempiwechsel fast nicht mehr zählen, es bluest, es rockt und Oli singt zu subtilen Guitarlines in Tonhöhen, da könnte man meinen, er hätte seine Stimme gepitcht, aber der Mann kann das wirklich! 

Drei Oktaven bringt er, als wär's 'ne leichte Übung. Überhaupt gelingt ihm der Wechsel in die Kopfstimme ohne Qual, ein Genuß ihm zuzuhören. Da ich nichts schlimmer finde als musikalische Arbeit einer Band mit der einer anderen  zu vergleichen, unterlasse ich das auch; Um jedoch dem Interessierten zu beschreiben, was da so auf ihn zukommt, hüpfe ich mal gediegen durch die Styles von Skydive.Naked, beginnend mit dem Album-Opener "beautiful", auf den man klassisch die Diskokugel aufhängen könnte; Sexy Vocals von Oli, zum Dopsen, Tanzen und Lieben...bereits beim ersten Song merkt man, wie gut die einzelnen Musiker auf einander abgestimmt sind, liebevolle Effects, top platzierte Drumfills (Uli Kärn musste im Studio einiges leisten, die Drumspuren tight einzuspielen), hier spürt man noch, dass Musik harte Arbeit sein kann, um letztendlich den Fans das Gehirn wegzupusten. 

Track zwei mutet leicht britisch an, "love burns" könnte Fans von "Radiohead" gefallen, rockt natürlich mehr, hat Melancholie und viel Flow."Don't leave" ist mein persönlicher Favourit, denn dieser Song besticht durch ein exzellentes Songwriting, ist brillant von Oli eingesungen, und auch das Gitarrensolo in der Mitte des Stücks ist perfekt integriert.-Kann man zehmal hintereinander hören, ohne dass es sich abnutzt. So, und dann geht es ein wenig hinein in die Indi-Schiene, mit "fear". Hier merkt man die musikalische Vielseitigkeit der Jungs. SDN kommen doch nicht mit dem billigen Muster Vers-Bridge-Chorus aus, nö, nö, da gibt's Parts, die die Ohren immer wieder auf's neue überraschen. Frank Aschmann am Bass wird bei diesem Song wahrlich gefordert. 

Es sei an dieser Stelle auch mal die ausgewogene Produktion von Ingo Rau der Ampsfactory Tonstudios erwähnt. Vocal- und Gitarrensounds finde ich sehr gut, lediglich der Snaresound klingt mir persönlich etwas zu dumpf, das ist aber Geschmackssache. Gesamtheitlich solide Studioarbeit mit viel Feeling für die Künstler. "Crack", unbedingt den Text dazu nachlesen! 

Tja, denke, SDN haben sich einen eigenen Stil erarbeitet, man versucht vergebens sie in eine Schublade zu stecken, wer aber marktrelevante Bands wie MUSE, COLDPLAY oder PLACEBO hört (nach letzteren klingt z.B. "one of these days"), ist hier gut aufgehoben. Aber gottlob ersparen uns SDN die Keyboard- und Programmingteppiche der Majorproduktionen. Und gerade die wandlungsfähige Stimme des Front-Divers Oli Meier enthüllt diverse Facetten der Rockmusik: Emo, Rock'n'Roll, Punk. -Ah, eine kleine spanische Lagerfeuer-Gitarren-Einlage ("fuego"), aber dann prallen einem schon die defizielen, gewagten Harmonien von "fire" (also das Lagerfeuer in englisch) ans Trommelfell. Unfassbares Musikstück! Es klingt nach Reggae, meint aber eigentlich: David Bowie raucht eine Tüte und hört dabei "Rage against the Machine"...Anfänglich erwähnter Song "nothing (gets me down)" könnte dementsprechend Bob Dylan mit Muse verbrüdern...aber besser keine Vergleiche mehr. 

Falls es noch Menschen gibt, die sich an die Band "Jellyfish" erinnern, dann träfe ein Vergleich zu jenen am besten zu: Theatre-Rock'n'Roll nannte man solche Styles in den Neunzigern. Richtig frisch, funpunkig versprüht "rewind redo" satt echten Rock'n'Roll und weckt Lebensgeister. Insgesamt empfiehlt sich die Lyrics auf der Original Homepage nachzulesen, spannende Inhalte. "Love detonation" ist meiner Meinung nach der schwächste Song des Albums, aber nach all den komplexen Arrangements und coolen Guidelines, sei's verziehen;-)...Anschliessende Ballade entschädigt sofort, sicher live ,von den Jungs auf der Bühne mit Acoustic-Guitars performed, ein Genuß, gefühlvolle "Verminderte" lassen abheben in die Wolken, "miss you", ein absolut radiotaugliches Stück zum Skydiven! ...So, that's it!  Ein "Hiddentrack" am Ende des Albums wäre ja öde, dafür gibt's ein "Wuff"-Sound namens "smart dog" (näheres dazu erklären sicher die Künstler persönlich...) 12 Tracks zum Genießen: 

Kein Song zu viel, denn, mit höchstem Respekt, mehr hält man nach knapp 50 Minuten Spielzeit auch nicht aus, dann braucht man entweder eine Pause, um das Gehirn wieder zu entlasten oder man ist so im SDN-Rausch, dass man einfach auf Anfang geht. Unsere Empfehlung: Nicht nur für Musikliebhaber und Profis ein grandios abwechslungsreiches Tonwerk und eine grandiose Entdeckung des Labels Kick-Off-Records. Skydive.Naked, eine Rockband, die zwar schon ein paar Jährchen Erfahrung vorweisen kann, aber mit großer Sicherheit noch viele Kritiker und zahlreiche neue Fans vom Hocker reißen wird. Skydive.Naked, not less! (sh)

 

Über unseren Auftritt auf dem VS-Music Contest:

Star des Abends, und so benahmen sie sich auch, war zweifellos "Skydive Naked" aus Freiburg. Bei ihnen stimmte einfach alles. Mit perfekter Bühnenshow, vokalistischer Glanzleitung und instrumenteller Perfektion jagten sie ihren eigenständigen Melodic-Rock mit Popambitionen über die Bühnenrampe. Fraglich ist nur, was hat so eine ausgefuchste Band bei einem Nachwuchswettbewerb verloren? Egal, die Fünf werden auf jeden Fall ebenfalls beim Halbfinale mit dabei sein.

Rüdiger Klotz, Südkurier, 7. April 2003

 

Hier ein Bericht den Musikerkollegen über unseren Gig im Freiburger HDJ (Januar 2003) geschrieben haben. 
Wir nehmen das als Kompliment....

Tja, und dann kamen Skydive Naked an die Reihe: auch hier musste ich eine gewisse Tendenz in rockigere Gefilde feststellen. Aber mal ehrlich, es macht doch einfach mehr Spass, wenn man Musik spielt, bei der man sich ordentlich das Hirn durchschütteln kann; vorausgesetzt, man besitzt eins.
Ich müsste lügen, wenn ich einen Grundtenor des Neids unter Musikern verleugnen würde; bis zu einem gewissen Grad ist das ja auch nur natürlich, aber an diesem Abend schienen diese Musikerquerelen keine Rolle zu spielen. Das Verständnis unter den Bands war einfach super. OK, natürlich wurmt es, wenn man bei jedem Skydive Naked Konzert mitbekommt, dass das Publikum plötzlich in tanzartige Zuckungen verfällt und die Gliedmaßen (und zwar ALLE) bewegt als ob es kein Morgen gäbe. Wenn ich jetzt daran denke, könnte ich mich gerade übergeben...wie machen die das nur.....Ärsche....mit denen spielen wir nie wieder...blöden Popper...:-) Musiker bleibt halt Musiker. Und dieser Oli Meier, meine Herren, wenn seine Väter nicht die 3 Tenöre sind, weiss ich auch nicht weiter. Der hat aber auch ein Timbre in seinem Stimmchen!!! 

Gefunden auf: http://www.skinfather.de/review.htm (link nicht mehr aktiv)

 

Zu Rock am Bruch (Ein Hauch von Woodstock im Kleinen Wiesental):

Wo nehmen die Leute von “Rock am Bruch” nur immer ihre Bands her? Oder besser, wie schafft es die Kulturaktion 90 stets solche Top-Bands auf die Festwiese hinterm Schillighof zu holen und es dennoch bei den angenehmen fünf Euro Eintritt zu belassen? Noch immer geht es hier irgendwie anders zu. Noch stehen die Zelte vor dem Festgelände, auch wenn sich schon stattliche Camper dazwischen geschoben haben. Der Hauch von Woodstock umgibt den Klassiker unter den hiesigen Freiluftfestivals noch immer. So zieht es das Publikum ins kleine Wiesental, manche haben ihre Kinder dabei, die freudig vor der Bühne hüpfen und tanzen.

“Wir möchten Musikern aus der Regio eine Bühne bieten” , sagt Holger Wirth, Gründungsmitglied der Kulturaktion 90. Und so zieht sich der Kreis weiter, von Lörrach und Umfeld nach Freiburg, von wo “skydive naked” in die Idylle gezogen ist. “Tolle Stimmung”: Sänger Oli Meier bedankt sich immer wieder bei denen, die mitfeiern und auch bei denen, die eher gelassen dem Geschehen vor und auf der Bühne folgen. Feinsten Britpop bringen die fünf aus Freiburg, zum Tanzen und Feiern.

Mit kräftigen Gitarrenriffs und sattem Bass, dann wieder eher verhalten zum Abhängen, wenn Frank Bigott zur Akustikgitarre greift. Aus der guten Laune heraus geboren, scheint ihre Musik, sie feiert den Augenblick. Und ist doch völlig durchdacht, klasse arrangiert und hat mit Sänger Oli Meier einen Frontmann, der diese Freude am Augenblick weitergibt.

Martina David-Wenk, Badische Zeitung, 19. Juni 2006


(wir erklären der Gutesten auch gerne mal, was Britpop wirklich ist...)

 

Und eine Kritik von Anfang 2002: Einfach Rock

Am 12. Januar traten vier Freiburger Bands in der StuSi zu einem Mammutkonzert an. Durchbrecher des Abends: Skydive Naked. Völlig unspektakulär latschen vier Typen auf die Bühne, hängen sich ihre Klampfen um und rocken. Schnell fällt auf: hier spielen Musiker zusammen. Drums und Bass sind auf dem Punkt, die Gitarren gut aufeinander abgestimmt und der Gesang präsent und druckvoll. Das bringt Zug in den Laden, denn nicht jede Band an diesem Abend glänzte durch Zusammenspiel, obwohl das für gute Rockmusik einfach eine Grundvoraussetzung ist.
Der Stil von Skydive Naked ist dieser Tage in Freiburg eher selten zu hören. Denn die 1999 gegründete Truppe spielt Gitarrenrock und das wars. Geradlinig arrangierte Songs, von den sehr straighten Drums zusammengehalten. Eingängige Hooks und Melodien, nicht nagelneu zwar, aber durch die prägende Stimme von Oli Meier kommt ein Feeling von „Hab ich so noch nie gehört“ auf. Höhepunkt des Konzerts ist der Song „Skydive Naked“ (ob jetzt die Band nach dem Song oder umgekehrt, der Song nach der Band benannt ist, hab ich vergessen zu fragen), bei dem ich finde, dass er nach Iron Maiden klingt, und mein Kumpel sagt, es sei doch eher Motörhead. Wir einigen uns auf: Musik ist Motörhead, Vocals eher Bruce Dickinson und das ganze aber etwas weniger agressiv. Jedenfalls saugut.

Der Freiburger Drummer Uli Kärn und Gitarrist Boris Bigott spielen schon lange zusammen und lernten Oli Meier aus Bad Säckingen im Frühjahr 1999 kennen. Der Sänger übernahm fortan den Hauptteil des Songwritings und Ende des Jahres stieß Bassist Frank Aschmann aus Gladbach dazu. Dieser machte „früher Punkrock“ und musste „gar nicht vorspielen, denn es war sofort klar, dass er unser Basser wird“, sagt Uli.
Seither spielten Skydive Naked vor allem am Hochrhein ihre Gigs und die können schon mal drei Stunden dauern. „Wir ham halt soviel Lieder“, sagen sie. Es sind ausnahmslos Eigenkompositionen.
In Eigenproduktion haben Skydive Naked jetzt ihr erstes Album aufgenommen und werden dieses am 22. Februar im O’Dwyers (Kornhauskeller) präsentieren. Der Opener „Mary Jane“ überzeugt durch guten Sound und beatleeske Harmonien. Neben dem bereits erwähnten Titelsong fallen mir sofort noch „Blue on a Sunday“ und das flockige „You come and go“ auf. Letzteres ist so klassisch arrangiert (sogar mit richtigem Bassdrum-Durchgeh-Teil), dass es fast schon ironisch daherkommt. Auf dem CD-Cover ein nackter Fallschirmspringer auf einer Gitarre surfend, der an seinem ...ähem Pimmel noch einen extra Minifallschirm geschnallt hat. Das ist Rock.

Gernot Hühn, in: F&K Freizeit und Kultur, Februar 2002